Ernährung bei Rheuma - Wie ernähre ich mich richtig?


 

Rheuma ist der Sammelbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die mit Schmerzen in den Gelenken, der Wirbelsäule oder von Weichteilen einhergehen. In der heutigen Medizin spricht man aufgrund der Vielfalt der Krankheitsbilder vom „rheumatischen Formenkreis“. Es gibt nicht-entzündliche Krankheitsbilder und es gibt entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Während die nicht-entzündlichen Beschwerden in erster Linie durch Abnutzung, altersbedingte Veränderungen oder Übergewicht entstehen, sind die entzündlichen Erkrankungen auf eine fehlgesteuerte körpereigene Abwehrreaktion zurück zu führen. Das Auftreten des entzündlichen Krankheitsbildes wird hauptsächlich von den Erbanlagen bestimmt. Eine Rheuma Ernährung kann das nicht ändern, wohl aber den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Rheuma

Oberste Priorität hat bei Übergewicht die Gewichtsreduktion, da jedes überflüssige Pfund auf die kranken Körperregionen drückt und die Schmerzen verstärkt. Eine individuell energieangepasste Ernährung, in diesem Fall also eine Ernährung, in der weniger Kalorien zugeführt als verbraucht werden, ist demnach anzustreben. Diese Ernährung sollte dann vollwertig und pflanzenbetont ausgestaltet sein, mit reichlich Gemüse und Obst, Kartoffeln, (Vollkorn-) Getreide und hochwertigen Pflanzenfetten. Auch Milch und Milchprodukte dürfen nicht fehlen. Fisch gehört mindestens 1 – 2 Mal wöchentlich auf den Speiseplan, Fleisch nicht öfter als 3 Mal. Diese Ernährungsempfehlungen entsprechen den Grundsätzen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie gelten allgemein als gesunde und gesunderhaltende Richtlinien. Bei dieser Art der Ernährung wird der Körper mit allen notwendigen Nährstoffen gut versorgt. Das Immunsystem wird gestärkt und die allgemeine Fitness gesteigert. So kann der Körper die rheumatischen Krankheitsschübe besser abfangen, sie können eventuell sogar weniger ausgeprägt ausfallen.

Anti-entzündliche und schmerzstillende Nährstoffe

Vor allem diejenigen Rheumatiker, die an der entzündlichen Verlaufsform der Krankheit leiden, können die oben genannten Ernährungsgrundsätze ergänzen durch die gezielte Zufuhr bestimmter Nährstoffe: Diese wirken dann vor allem entzündungshemmend. Für alle Rheumatiker ist darüber hinaus die Zufuhr schmerzstillend wirkender Nährstoffe angezeigt.

Rheuma ErnährungDie Vitamine E, C und A, die Spurenelemente Selen und Zink, Kalzium, sowie allgemein Antioxidatien haben sich in der Rheuma-Ernährung gut bewährt. Die genannten Vitamine können durch Gemüse und Obst (5 Portionen am Tag) aufgenommen werden. Selen findet man in Nüssen und Samen sowie in Fisch. Zink ist in Vollkornprodukten, Milch und Fisch enthalten. Kalzium vor allem in Milchprodukten.

Für Schmerzpatienten, zu denen der Rheumatiker ja zählt, empfehlen sich außerdem Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischem Index (GLYX) und einer hohen Nährstoffdichte. Das sind vor allem: Vollkornprodukte, Gemüse (besonders alle Kohlsorten, Spinat, Zucchini, Broccoli, Paprika), Hülsenfrüchte aller Art, Kartoffeln, Obst aller Art (besonders Beerenfrüchte, Äpfel, Birnen, Aprikosen, Orangen), Nudeln aus Hartweizen, Sojaprodukte.

Besonders Soja gewinnt hier immer mehr an Bedeutung. Der Nutzen für den Rheumapatienten liegt über den hohen Eiweißgehalt hinaus in den anti-oxydativen und antientzündlichen Inhaltsstoffen dieser Hülsenfrucht.

Rheumapatienten sollten außerdem besonders auf hochwertige pflanzliche Fette achten. Das sind vor allem: Raps-, Lein- und Walnussöl, Olivenöl, fetter Meeresfisch. Sie reduzieren entzündliche Vorgänge. Tierische Fette dagegen enthalten die entzündungsfördernde Arachidonsäure (nur mäßig konsumieren!).

Eine besondere Rolle spielt in der Ernährung von Rheumatikern auch das Magnesium: Es bewirkt physiologische Entspannung unter gleichzeitiger Dämpfung vegetativer Erregungszustände, das heißt, es ist quasi ein „Stoßdämpfer“ bei Stress. In die gleiche Richtung, nämlich stimmungsaufhellend, wirken die Vitamine der B-Gruppe (in Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkorngetreide) und das Serotonin. Für chronisch Kranke wie den Rheumapatienten ist dieser Faktor ebenfalls sehr wichtig, da das seelische Gleichgewicht das körperliche Wohlbefinden mit steuert.

Zusammenfassend kann man sagen: Eine spezielle, das Rheuma heilende Ernährung, gibt es nicht. Trotzdem kann die angepasste Ernährung sehr viel zu einer Besserung beitragen.