Rheuma Diagnose - Wie wird Rheuma diagnostiziert?


 

Um eine sichere Rheuma Diagnose zu erhalten, bedarf es einer ausführlichen Anamnese und zahlreicher differentialdiagnostischer Untersuchungsmethoden. Es geht darum, die rheumatische Erkrankung im Verlauf zu dokumentieren und festzustellen, um welche Art der rheumatischen Erkrankung es sich handelt. Die meisten rheumatischen Erkrankungen beginnen schleichend und verlaufen meist in Schüben. Für die Therapie ist es wichtig, die Art der Erkrankung möglichst genau einzugrenzen, um schnell behandeln zu können.

Die klassischen Diagnoseverfahren für Rheuma

Bei einer rheumatischen Erkrankung ist zuerst eine genaue Anamnese-Erhebung nötig. Sie umfasst auch die Vorgeschichte der Erkrankung. Die Symptome, ihr Auftreten im Körper und ihre Verschlimmerung oder Besserung unter bestimmten Umständen sind Inhalt der Erstanamnese. Sie berührt aber auch Felder wie die bestehenden Lebens- und Wohnbedingungen, Umwelteinflüsse oder eventuelle seelische Belastungen.

Der Erstanamnese schließt sich die körperliche Untersuchung an. Sie prüft beispielsweise die Schmerzzonen, Hinweise auf chronische Entzündungsprozesse wie geschwollene und gerötete Gelenke sowie die Beweglichkeit der Gelenke. Danach werden verschiedene Blutuntersuchungen vorgenommen. Allerdings kann dabei der Rheumafaktor im Blutbild durchaus negativ sein. Daher müssen nun weitere Laboruntersuchungen folgen, die sich beispielsweise mit speziellen Bakterien oder Viren befassen. Rheumaartige Schmerzen können nämlich auch durch Chlamydien, Streptokokken oder eine nicht bemerkte Borreliose auftreten. Interessant ist auch der Blick auf bestimmte Autoimmun-Antikörper, die einen Hinweis auf verschiedene rheumatische Erkrankungen geben können. Vor allem der Cyclische Citrullin Peptid-Antikörper, kurz CCP-Antikörper, steht im Mittelpunkt der medizinischen Betrachtung. Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen schließen sich gegebenenfalls zur Feststellung einer Rheuma Diagnose und bereits bestehender Gelenkschäden an. Gegebenenfalls kann auch eine Szintigraphie, eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie nötig sein.

Zu unterscheiden sind nach abgeschlossener Diagnostik verschiedene rheumatische Erkrankungen. Zu ihnen gehören die Rheumatoide Arthritis, die so genannten Kollagenosen wie Sklerodermie oder das Overlap-Syndrom, so genannte Vaskulitiden, seronegative Spondylarthropathien wie Morbus Bechterew, des weiteren die reaktiven Arthritiden und das M. Reiter-Syndrom, und zuletzt auch die Polymyalgia rheumatica und das rheumatische Fieber. Für jede Rheuma Diagnose sind bestimmte Parameter und Indikatoren besonders aussagekräftig. Bei rheumatischem Fieber sind beispielsweise Streptokokken beteiligt, während bei Kollagenosen eher ENA-Antikörper gefunden werden.

Die Probleme der Rheuma Diagnostik

Rheuma DiagnoseDank eines schleichend eintretenden Erkrankungsbeginns, verschiedener Arten von rheumatischer Erkrankungen und zahlreichen Diagnoseverfahren, die nur in Ergänzung zueinander eine klare Rheuma Diagnose ergeben, ist die Diagnostik von Rheuma ein komplexes Unterfangen. In der Vergangenheit hielt man den so genannten Rheumafaktor in der Blutuntersuchung für den sichersten Diagnosefaktor. Er galt als beweiskräftigster Laborwert für die Diagnose der Rheumatoiden Arthritis. Heute weiß man dass der Rheumafaktor sich bei einem erheblichen Teil der Rheumapatienten nicht nachweisen lässt. Bei Kollagenosen oder Vaskulitiden ist er beispielsweise häufig nicht anzutreffen. Unter modernen Medizinern hat sich daher eine Unterscheidung dieser beiden Gruppen durchgesetzt. Man nennt die eine Art der Rheumaerkrankung eine "seropositive Rheumatoide Arthritis", bei der der Rheumafaktor nachweisbar ist.

Die andere Rheumaform bezeichnet man als seronegative Rheumaform, weil der Rheumafaktor hier nicht nachweisbar ist. Dies betrifft zwischen 20 und 40 Prozent aller Fälle, in denen eine differentialdiagnostische Rheuma Diagnose vorgenommen wird. Interessant ist auch, dass vollkommen gesunde Menschen den Rheumafaktor im Blut haben können. Dies muss aber keinesfalls bedeuten, dass sie jemals an Rheuma erkranken. Es gibt auch noch andere Entzündungsparameter im Blut, die man in Beziehung zueinander setzt oder abfragt. Diese sind aber oft noch unspezifischer in ihrer Aussagekraft. Ihre Interpretation kann daher nur im Zusammenhang mit anderen Parametern und durch erfahrene Rheumatologen gelingen. Bis eine sichere Rheuma Diagnose vorliegt, können manchmal Monate oder sogar ein ganzes Jahr vergehen.

Das Ideal der modernen Diagnostik ist, die Rheuma Diagnose spätestens drei Monate nach dem ersten Arztbesuch zu treffen. Als erschwerend für eine sichere und schnelle Rheuma Diagnose erweist sich, dass die Symptome der Rheumaerkrankung anfangs relativ unspezifisch sein können. Die Entzündung schädigt nämlich mehrere körpereigene Systeme. Betroffen sind unter anderem die Gelenke samt Muskeln und Sehnen und das Immunsystem. Außerdem können die Haut, die Nerven und sogar innere Organe beteiligt sein. Als Folge dieser Situation kann man Beschwerden im ganzen Körper haben. Als wesentliche Kriterien für die empfohlene Abklärung einer Rheuma Diagnose gelten schmerzhaft geschwollene Gelenke und/oder steife Gelenke nach dem Aufstehen. Diese Beschwerden können verschiedene Gelenke betreffen, je nach Art der Erkrankung. Man sollte zudem auf eine zunehmende Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit achten. Ständige Müdigkeit, tägliche Schmerzen, Rötungen und Schwellungen bestimmter Gelenkareale, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit sowie Nachtschweiß können auf eine rheumatische Erkrankung hinweisen.

Zunächst sind solche unklaren Symptome für die meisten Betroffenen kein Anlass, zum Arzt zu gehen. Da die Erkrankung schleichend beginnt und in Schüben verläuft, fällt sie zunächst oft nicht auf. Es gibt anfangs auch beschwerdearme oder -freie Phasen. Aufmerken sollte man zumindest dann, wenn bereits ein weiteres Familienmitglied eine Rheuma Diagnose erhalten hat. Die Neigung zu Rheuma kann nämlich vererblich sein.

Von der Erstdiagnostik zur Therapie

Die Rheuma-Diagnose muss also durch sichere Parameter untermauert werden. Man ist heutzutage bemüht, es zu einer schnelleren Erstdiagnose zu bringen. Mit einer Bestimmung von bestimmten Antikörpern - den so genannten CCP-Antikörpern - kann eine Rheuma Diagnose heutzutage relativ frühzeitig getroffen werden. Man weiß heutzutage, dass die Citriullin-Antikörper Entzündungshinweise geben und recht früh im Verlauf einer bestimmten Art von Rheumaerkrankung sichtbar werden.

Je früher die Rheuma Diagnose steht, desto eher kann man die Erkrankung behandeln. Außerdem ist wichtig, dass man in etwa den weiteren Verlauf der Erkrankung abschätzen kann. In die Betrachtung der Faktoren werden sowohl die Anamnese als auch die umfangreiche Datenerhebung einbezogen. Schwere Krankheitsverläufe kann man beispielsweise an einer hohen Konzentration des Rheumafaktors erkennen. Außerdem ist meist zusätzlich der CCP-Antikörpertest positiv. In solchen Fällen muss gleich nach der Rheuma Diagnose umfassend behandelt werden, um den entzündlichen Prozess aufzuhalten.

Da die rheumatische Krankheit in Schüben verläuft, muss nach der eigentlichen Rheuma Diagnose regelmäßig eine Kontrolluntersuchung stattfinden. Eine Heilung ist bei entzündlichem Rheuma mit schwerem Verlauf wenig wahrscheinlich. Man kann aber mit der richtigen Therapie die Schübe abmildern und eine Remission oder Ruhephase der Entzündung erreichen. Ein Wiederaufflammen des entzündlichen Prozesses ist aber wahrscheinlich. Wesentliche Bestrebung der Behandlung ist es, die Gelenke zu schützen. Die Gabe von Schmerzmitteln kann ein zusätzliches Mittel der Wahl sein. Sie stellt jedoch keine Lösung der Probleme dar. Man sollte also bei den Anfangssymptomen rheumatischer Beschwerden nicht einfach selbst mit Schmerzmitteln behandeln, ohne eine ärztlich erhobene Rheuma Diagnose zu erbitten. Eine wichtige Erkenntnis der Rheumatherapie ist, dass die effektivste Behandlung spätestens ein Vierteljahr nach Ausbruch der Rheuma-Erkrankung erfolgen sollte. In diesem Fall sind Gelenkschäden noch zu verhindern.