Rheuma Behandlung - Welche Behandlungsmethoden gibt es?


 

So vielfältig wie die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gestalten sich die in der Rheuma Behandlung zur Anwendung kommenden Therapien. Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter fachkundiger wie eigenverantwortlicher Behandlung der rheumatischen Erkrankung sind durchaus nachhaltige Besserungen bis hin zur Heilung möglich.

Da rheumatische Erkrankungen multikomplexe Ursachen haben, setzen auch die Therapien an unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig bzw. aufeinander aufbauend und sich ergänzend an.

Individuell abgestimmte Therapiekomplexe

Eine individuell nachhaltig erfolgreiche Rheuma Behandlung bedarf der genauen, individuellen Diagnose durch einen Facharzt. Von dieser ausgehend wird eine speziell auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Therapie erarbeitet. Einer Verschlimmerung kann so zeitnah entgegengewirkt werden, Schmerzen lassen sich lindern, der Verlauf der rheumatischen Erkrankung wird insgesamt positiv beeinflusst, die Krankheit kann gestoppt, ja geheilt werden.

Abhängig ist der Erfolg einer Rheuma Behandlung vom Zeitpunkt der Diagnose und dem Krankheitsstadium, der Schwere der Krankheit sowie der gesamten physischen und psychischen Konstitution des Patienten.

Zunächst stehen akute Probleme, wie starke Schmerzen, Schwellungen, Fieber, Bewegungsstarre, im Vordergrund. Hier soll rasch geholfen werden.

Eine Früherkennung ist immer von Vorteil. Wenn schnell und fachlich versiert gehandelt wird, lassen sich irreparable oder schwer heilbare Schäden vermeiden.

Die komplex ansetzende Rheuma Behandlung umfasst sowohl eine medikamentöse Therapie, Krankengymnastik, Ergotherapie, gegebenenfalls Operationen, physikalische Therapieformen, psychologische Unterstützung, eventuell eine Ernährungsumstellung sowie die Überprüfung und Korrektur der eigenen Lebensweise.

Von unabdingbarer Notwendigkeit zur Diagnose, Therapiefindung und kontrollierten Umsetzung ist die Hinzuziehung eines Spezialisten für rheumatische Erkrankungen.

Therapieformen einer ganzheitlichen Rheuma Behandlung

Rheuma BehandlungDie medikamentöse Rheuma Behandlung wird durch eine Basistherapie geleistet. Hier kommen langfristig wirkende Medikamente zum Einsatz, die den Verlauf der Krankheit steuern bzw. die Schäden eindämmen sollen.

Ergänzt werden diese Basistherapeutika durch schnell wirkende schmerzlindernde, Entzündungen und Fieber bekämpfende Medikamente, die, nach dem Abklingen akuter Schmerzen, auch schneller wieder abgesetzt werden können. Als Basismedikamente verordnet werden zum Beispiel Sulfasalazin, Leflunomid, D-Penicillamin, Methotrexat, Goldverbindungen.

Der langfristige Einsatz von Basismedikamenten in der Rheuma Behandlung macht regelmäßige Laborkontrollen notwendig, so dass etwaige Nebenwirkungen vermieden werden können.

Bei entzündlichem Rheuma sind eine gezielte Bewegung und Übung der betroffenen Gelenke notwendig. Dies wird in einer speziell auf rheumatische Erkrankungen ausgerichteten Krankengymnastik geleistet. So soll zum Beispiel Fehlstellungen, der Gefahr von weiteren Versteifungen, der Verfestigung von Ausweichbewegungen und Muskelschwund entgegen gewirkt werden.

Erkrankungen, die dem Bereich des Weichteilrheumatismus zugeordnet werden, die also vor allem Sehnen und Bindegewebe betreffen und durch eine Überbeanspruchung ausgelöst werden, erfordern das Ruhigstellen der betroffenen Gliedmaßen. Hier wird erst im Zuge der Rehabilitation eine entsprechende Krankengymnastik verordnet werden.

Die Ergotherapie nimmt in der Rheuma Behandlung einen wesentlichen Raum ein. Dem Patienten wird der Gelenkschutz erläutert und anhand spezieller Übungen immer wieder demonstriert, so dass sich neue Bewegungsmuster bilden. Insbesondere bei chronischer Arthritis, die mit einem Funktionsverlust der betroffenen Gliedmaßen einhergehen kann, beugt das Einüben neuer Bewegungsmuster falschen Schon- und Ausweichhaltungen vor bzw. korrigiert diese langfristig. Über besondere, individuell abgestimmte Übungen erfolgt eine Schulung von Bewegungsabläufen und ein Training bzw. der Wiederaufbau der geschwächten Muskulatur. Die Ergotherapie umfasst auch die Stabilisierung der Psyche des Patienten. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Arzt und dem Erghotherapeuten ermöglicht eine fortwährende Abstimmung der Therapien.

Operationen lassen sich unter Umständen nicht vermeiden. Eine genaue Aufklärung des Patienten ermöglicht die aktive Mitarbeit bei der Rekonvaleszenz.

Die physikalische Therapie ermöglicht im Zusammenspiel mit den anderen Therapieformen in der komplexen Rheuma Behandlung ein symptomorientiertes Vorgehen.

Eingesetzt wird zum Stimulieren sowohl kranker als auch gesunder Muskulatur Reizstrom in Form von niedrigfrequenten elektrischen Strömen. Damit beeinflusst man die Gelenkfunktion und die Muskelkraft positiv.

Bei der Iontophorese werden mittels Gleichstrom ionisierte Salben in den Körper gebracht. Die Iontophorese fördert die Durchblutung, trägt zur Schmerzhemmung und Abschwellung bei und wirkt entzündungshemmend.

In der physikalischen Therapie wird auch diadynamischer Strom angewandt. Niedrigfrequente Ströme beeinflussen bei dieser Therapieform Muskelpartien, Muskelzerrungen und -schwellungen. Es kommt zu Schmerzlinderung, gesteigerter Durchlutung, Salben können besser in den Körper eingebracht werden.

Bei der Anwendung von Interferenzstrom setzt man mittelfrequente Ströme zur optimalen Muskelkontraktion, zum passiven, gezielten Auftrainieren der Muskulatur nach Operationen sowie zur Behandlung von Muskelverspannungen und Wirbelsäulenbeschwerden ein.

Durch den Einsatz von Ultraschall kann eine Verbesserung der Zelldurchlässigkeit erreicht werden. Medikamente können in Form von Salben besser durch Haut eingebracht werden. Ultraschall fördert die Durchblutung, führt zu Schmerzlinderung und Muskelentspannung.

Physikalische Therapieformen können den Körper jedoch auch belasten bzw. unverträglich sein. Hier sind ein genaues Abwegen zwischen Nutzen und eventuellen Nebenwirkungen, eine permanente professionelle Kontrolle, Selbstbeobachtung und gegebenenfalls ein Therapiewechsel notwendig.

Die psychologische Betreuung setzt bereits bei der Anamnese ein. Der Spezialist macht sich ein Gesamtbild des Patienten und kann so gegebenenfalls psychologische Ursachen für eine Erkrankung ermitteln und diese aktiv in die Rheuma Behandlung einbeziehen. Lassen sich Beschwerden nicht genau lokalisieren, kann dies ein Hinweis auf eine psychosomatisch bedingte Erkrankung sein.

Ein weiterer Aspekt der psychologischen Betreuung besteht in der Unterstützung von Langzeitpatienten, die mit Schmerzen und Einschränkungen im Laufe der Erkrankung umgehen müssen.

Eine psychologische Betreuung sollte in allen Therapieteilen erfolgen, also sowohl durch den behandelnden Rheumatologen als auch durch den Physiotherapeuten und den Ergotherapeuten. Je nach Schwere und Verlauf der Erkrankung ist gegebenenfalls auch eine direkte Psychotherapie angezeigt.

Eine Ernährungsumstellung kann unter Umständen therapeutisch in einer Gruppe begleitet werden. In der Regel wird sie aber nach Hinweisen des Arztes selbständig durch den Patienten umgesetzt. Kontrollierte Fastenzeiten, das Meiden tierischer Eiweiße und Fette, eine basisch orientierte Ernährung, die Gabe von Omega-3-Fettsäuren, die Reduzierung von Übergewicht wirken sich positiv in der Rheuma Behandlung aus. Die ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen, Magnesium und Kalzium sollte gewährleistet sein.

Rauchen sowie übermäßiger Kaffee- und Teegenuss sind zu meiden.

Eigenverantwortung in der Rheuma Behandlung

Die aktive Mitarbeit des Erkrankten in den Therapieteilen kann wesentlich zum Erfolg der Rheuma Behandlung beitragen. Insbesondere bei psychischen Ursachen ist eine aktive Teilnahme des Patienten unumgänglich.

Die mit den meisten rheumatischen Erkrankungen einhergehenden Beschwerden und Einschränkungen können zu Depressionen führen. Der Patient sollte zu einer Lebensführung angehalten werden, die dem entgegenwirkt.

Die Krankheit kann als Chance begriffen werden, Rückschau zu halten und das Bisherige zu überprüfen. Jetzt kann es Zeit für Veränderungen sein. Der Wille, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, sollte gestärkt werden.

In Absprache mit dem behandelnden Arzt können alternative Formen wie Akupunktur, Bäder, Packungen, Massagen und Yoga in der Rheuma Behandlung eingesetzt werden.

Eine gesunde Lebensführung sollte die Rheuma Behandlung ergänzen. Hierzu gehören neben der achtsamen Ernährung, ein gesunder Schlaf sowie ausreichende, der rheumatischen Erkrankung entsprechende, Bewegung an frischer Luft.

Bei konsequentem Einhalten der Therapievorgaben sind Besserung und Heilung möglich.